Weihnachten

Ivan Blatny

Weihnachten

Das Pferd hat leise einen weissen Luftstrauch ausgehaucht,
einen echten milchig weissen Kieselstein mit Adern,
das Ächzen einer Tür hing lange in der reinen Luft,
in den Wäldern schlief das Wild.
Ein Rabe kreiste, in der Schwärze seiner Flügel
gingen Berge, Wälder, Städte unter,
das Dunkel brach herein, und er verschwand,
zu hören war nur noch im Schnee das

Knirschen.

Aus dem Tschechischen von Felix Philipp Ingold

Mai

Karel Hynek Mácha: Spannende Geschichte der Originalhandschrift des „Mai“-Gedichts

Karel Hynek Mácha ist der tschechische Romantiker schlechthin. Über ihn und sein Gedicht Máj ist mittlerweile sehr viel gesagt und geschrieben worden – auch bei Radio Prag. Doch die Geschichte der Originalhandschrift des „Mai“-Gedichtes ist nicht so bekannt.

 

Beton. Zlá krása noční nádrže

1.7.4.4.1.1.1.2.2.1 petr borkovec: Beton. Zlá krása noční nádrže.

Textkette

Ausgewählt von Dirk Uwe Hansen
16. Februar 2014

Jede Person, welche bei diesem Gedicht hier „gefällt mir“ klickt, bekommt von mir eine(n) AutorIn zugewiesen, sucht dann ein Gedicht von diesem Autor/dieser Autorin raus und postet es, um so das Gedichte-Netz weiter zu spannen. Bitte nicht vergessen, diesen Text davor zu setzen. Und bitte geben Sie an, bei welchem Gedicht Sie „gefällt“ geklickt haben und wer es ausgewählt hat.“
Jayne-Ann Igel wünscht sich Petr Borkovec:

Beton. Die böse Schönheit eines Wasserspeichers in der Nacht.
Am Grund ein silberner Pferdekopf.
Areal. Wäldchen. Gebäudekomplex. Das Kläffen eines Hundes.
Links zerbarst die Schnur silbriger Lampen,
weiter weg schwoll nur mehr der Klang des Feldes an.
Ein Autoscheinwerfer riss ein Stück Wald aus der Dunkelheit –
Fichte, Dickicht und Gras schrien ihre Namen hinaus.
So soldatisch. Ich hab es noch im Ohr. Du?
Ich schwieg, obwohl mir das gleiche Licht durch den Körper fuhr.
Der Wald wuchs nicht in mir in dieser verhangenen Nacht.

Als wir zurückkehrten und hinter den Wolken hervor
der Mond herausrann – schwer, süß, weiß –,
hob ich einen Ast hoch, du gingst hindurch, ich ließ ihn los.
Wir schritten dahin. Hielten uns. Allein. Aller Dinge bloß.

Beton. Zlá krása noční nádrže.
Stříbrná koňská hlava na dně.
Areál. Lesík. Komplex. Řvaní psa.
Nalevo trhala se šňůra stříbřenkových lamp,
dál už se sbíral jen zvuk pole.
Reflektor auta vyrval z tmy kus lesa –
smrk, houští, tráva vykřikly svá jména.
Tak vojensky. Ještě to slyším. Ty?
Mlčel jsem, ač tělem sjíždělo mi stejné světlo.
Les ve mně nerostl v té zatažené noci.

Když jsme se vraceli a zpoza mraků
vytekl měsíc – těžce, sladce, bílý –,
zdvihl jsem větev, prošlas, pustil jsem ji.
Šli jsme. Vedli se. Sami. Bez věcí.

Übstzg. von Christa Rothmeier, aus Feldarbeit (Edition Korrespondenzen)

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Kerstin Becker gefällt das.

Jayne-Ann Igel wunderbar
16. Februar um 17:28 · Gefällt mir · 1

Kerstin Becker hach mist – doch wieder gelikt – jetzt mit den textkette – konsequenzen leben. aber was will man machen. die liebe zur dichtung ist stärker als die zeit- u sonstige not!
16. Februar um 19:18 · Gefällt mir nicht mehr · 1

Dirk Uwe Hansen dafür, liebe kerstin, gibts einen meiner lieblinge: barthold hinrich brockes. bis bald!
16. Februar um 19:22 · Gefällt mir · 1

Kerstin Becker (ja mensch, bis samstag!)
16. Februar um 19:37 · Gefällt mir

Dirk Uwe Hansen (freumichdrauf)
16. Februar um 19:38 · Gefällt mir