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Tausend Formen

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Unser Leben

1.7.4.4.1.1.1.1.1.2.1.3.2.1 Paul Éluard: Unser Leben

Ausgewählt von Roland Erb

Weil mir der von Mansur Arshama gepostete Gedichtauszug aus „Chosrau und Shirin“ des persischen Dichters Nezami gefiel, bekam ich von ihm den französischen Dichter Paul Éluard (1894 -1952) zugeteilt.

 

Paul Éluard

UNSER LEBEN

 

Unser Leben es ist dahin sie liegt unter der Erde
Frührot der Stadt eines schönen Morgens im Mai
Über dem die Erde geschlossen hat ihre Faust
Frührot in mir siebzehn Jahre von Mal zu Mal heller
Der Tod tritt in mich ein wie in eine Mühle

Unser Leben hast du gesagt so glücklich zu leben
Und das Leben all dem zu schenken was wir geliebt
Doch der Tod hat das Gleichgewicht dieser Tage zerbrochen
Der Tod der kommt und der geht der gelebte Tod
Der sichtbare Tod er isst und trinkt auf meine Kosten

Sichtbar tot Nusch sichtbar nicht mehr und härter
Als Hunger und Durst für meinen ermatteten Körper
Maske des Schnees auf der Erde unter der Erde
Quelle der Tränen nachts die Maske des Blinden
Mein Vergangnes zerrinnt ich mache dem Schweigen Platz.
(Ü. Roland Erb)

 

NOTRE VIE

 

Notre vie tu l’as faite elle est ensevelie
Aurore d’une ville un beau matin de mai
Sur laquelle la terre a refermé son poing
Aurore en moi dix-sept années toujours plus claires
Et la mort entre en moi comme dans un moulin.

Notre vie disais-tu si contente de vivre
Et de donner la vie à ce que nous aimions
Mais la mort a rompu l’équilibre du temps
La mort qui vient la mort qui va la mort vécue
La mort visible boit et mange à mes dépens

Morte visible Nusch invisible et plus dure
Que la soif et la faim à mon corps épuisé
Masque de neige sur la terre et sous la terre
Source des larmes dans la nuit masque d’aveugle
Mon passé se dissout je fais place au silence.

(Le temps déborde, 1947)