wellness. sonette

Konrad Prissnitz, “wellness. sonette”. € 14,- / 80 Seiten. Sonderzahl-Verlag, Wien 2014

Konrad Prissnitz, “wellness. sonette”. € 14,- / 80 Seiten. Sonderzahl-Verlag, Wien 2014

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könnt man dich shakespeares 18tem vergleichen?

Peter Rosei in einer Rezension, DER STANDARD, 26./27.4.2014 über Konrad Prissnitz:

Die mehrteilige Einlage mit Shakespeares 18. Sonett möchte ich extra erwähnen. Wer solch ein Spiel spielt und spielen kann, nun, der kann kein schlechter Dichter sein.

soll ich dich einem sommertag vergleichen?
du bist viel lieblicher, so sanft am mai;
die blüten, rau vom wind gerüttelt, weichen
und sommers pracht ist stets zu früh vorbei.
des himmels auge überhitzt bisweilen
und ebenso wird goldner glanz verstimmt;
und alles schön entschönt dann mal in teilen,
per zufall, oder jahreszeitbestimmt.
doch du, mein sommer, weder wirst verblassen,
noch sei verlorn die schönheit, dir geweiht;
noch prahle todes schatten dich zu fassen,
da du im vers verwächst, in alle zeit:
   so lang der mensch noch atmet, augen sehn,
so lang lebt dies und du wirst mitbestehn.

könnt man dich shakespeares 18tem vergleichen?
nicht ich, nicht ihm, du bist, und mehr. subtiler.
durch melodie pfeift wind des blühens zeichen
und sommers zeit stellt fragen, fragt – fragiler.
gleich hinter sonnenbrillen erste dämpfer;
des schweißes angesicht mimt tropfentränen.
so weint sichs salzig; selbst die hungerkämpfer
verhungern ohne wasser zu erwähnen.
nur dir verhieß der sommer keine träne;
gezeigen zeiten sich dir, dann und wieder;
falls doch, sein sie der tau um seine gene
(bis in die versnacht reichen eure glieder).
so lange liebende sich vor dir sehn,
alsbald die meere vor dir untergehn.

Konrad Prissnitz, „wellness. sonette“. € 14,- / 80 Seiten. Sonderzahl-Verlag, Wien 2014

Sonnett 18

Shall I compare thee to a summer’s day?
Thou art more lovely and more temperate.
Rough winds do shake the darling buds of May,
And summer’s lease hath all too short a date.
Sometime too hot the eye of heaven shines,
And often is his gold complexion dimmed;
And every fair from fair sometime declines,
By chance, or nature’s changing course, untrimmed;
But thy eternal summer shall not fade,
Nor lose possession of that fair thou ow’st,
Nor shall death brag thou wand’rest in his shade,
When in eternal lines to Time thou grow’st.
…..So long as men can breathe, or eyes can see,
…..So long lives this, and this gives life to thee.