Indianergedicht

1.7.2.1 robert gernhardt: indianergedicht

Ausgewählt von Sven Wenig

Textkette

Achtung, es gilt wie immer: wer dies „likt“, bekommt eine Dichterin oder einen Dichter zugewiesen.

Denn bevor ich mich heute wieder an meine Arbeit zu Tiepolo setze, die mich zur Zeit doch sehr in Anspruch nimmt, will ich doch wenigstens eine der Aufgaben für die Textkette erfüllen (aus Zeitgründen poste ich schnell über Facebook). Häufen sich bei mir doch mittlerweile die Texte, die ich noch nachzureichen habe.

Also frisch ans Werk: für das Liken von Sapphos „Brüdergedicht“ (0) bekam ich zugeteilt: Robert Gernhardt. Nun könnte ich freilich lange im Werk Gernhardts suchen, der herrlich-witzige und zugleich kunstvolle Gedichte schrieb. Ich mache mir aber die Auswahl leicht, und wähle ein Gedicht aus einem „Kinderbuch“, aus welchem ich manchmal meiner Tochter vor dem Bett-Gehen vorlese („12 Tonnen wiegt die Hochseekuh – Gedichte für Landratten, Seemänner, Kinder und andere Erwachsene“).

Robert Gernhardt:

INDIANERGEDICHT

Als aber der Pferdehändler nicht abließ,
auf Winnetou einzuteufeln,
bemerkte dieser in seiner einsilbigen Art:

Mann, dein Pferd
ist nichts wert.
Hier: das Bein
ist zu klein.
Dort: das Ohr
steht nicht vor.
Da: der Gaul
hat kein Maul.
Schau: der Schwanz
fehlt ihm ganz.
Und es trabt
nicht so recht,
denn das Pferd
ist ein – Specht!
Du viel dumm,
ich viel klug.
Hugh!

Mirko Wenig gefällt das.

Mirko Wenig Du wusstest natürlich, dass ich bei so einem Gedicht liken muss .

Sven Wenig Freilich. Aber keine Angst, ich schicke Dich dieses mal nicht in die Abgründe des Manierismus (siehe Deine letzten Übersetzungen).

Sven Wenig Mirko Wenig für das Liken bitte ein Gedicht von Roshanak Bigonah. Die empfehlenswerte Seite „Lyrikline“ hilft zur Not weiter: http://www.lyrikline.org/de/gedichte/4152#.Uxg6dIW8S_w

[اين تابستان چتر آلود] (Roshanak Bigonah) · Lyrikline.org
http://www.lyrikline.org
Roshanak Bigonah Gedichte[اين تابستان چتر آلود] | Übersetzungen: de[شهر هم به رو…

Mirko Wenig Not that bad. Du hast hoffentlich alle Copyright-Fragen geklärt? Zur Not mache ich eine Nachdichtung .
vor 17 Stunden · Gefällt mir · 2

Ron Winkler Sven, „Abgründe des Manierismus“, das könnte ja nach Ijoma Mangold Feridun Zaimoğlu sein.
vor 16 Stunden · Bearbeitet · Gefällt mir · 2

Sven Wenig Für manch einen Literaturkritiker scheint es schon „manieriert“ zu sein, wenn er ein Gedicht nicht beim ersten Überlesen versteht. Ich liebe übrigens den Manierismus: das Siglo de Oro Spaniens (z.B. den Gongorismus), den Marinismus und den Spätbarock in Deutschland. Die „Abgründe“ zeigen sich erst beim Versuch, die Werke in eine andere Sprache zu übersetzen.
vor 16 Stunden · Bearbeitet · Gefällt mir

Sven Wenig Aber der Mirko macht das schon und begründet zugleich eine neue surrealistische Bewegung.
vor 16 Stunden · Gefällt mir · 1

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