Come live with me, and be my love

John Donne (* 22. Januar 1572 in London, † 31. März 1631 ebenda)

Come live with me, and be my love,
And we will some new pleasures prove
Of golden sands, and crystal brooks,
With silken lines, and silver hooks.

There will the river whispering run
Warm’d by thy eyes, more than the sun;
And there the ‚enamour’d fish will stay,
Begging themselves they may betray.

When thou wilt swim in that live bath,
Each fish, which every channel hath,
Will amorously to thee swim,
Gladder to catch thee, than thou him.

If thou, to be so seen, be’st loth,
By sun or moon, thou dark’nest both,
And if myself have leave to see,
I need not their light having thee.

Let others freeze with angling reeds,
And cut their legs with shells and weeds,
Or treacherously poor fish beset,
With strangling snare, or windowy net.

Let coarse bold hands from slimy nest
The bedded fish in banks out-wrest;
Or curious traitors, sleeve-silk flies,
Bewitch poor fishes‘ wand’ring eyes.

For thee, thou need’st no such deceit,
For thou thyself art thine own bait:
That fish, that is not catch’d thereby,
Alas, is wiser far than I.

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Auf das Zubettgehen seiner Dame

John Donne

19. Elegie Auf das Zubettgehen seiner Dame

Komm, Freundin, meine Kräfte spornt die Ruhe.
Mich treibt es sehr zur Tat, bis ich es tue.
Wer lang dem Feinde gegenübersteht,
Wird müd vom Stehn, eh es ans Kämpfen geht.
Fort mit dem Gürtel, der wie Himmel glänzt,
Doch schöner ist die Welt, die er begrenzt.
Leg ab die Brustwehr, die dir freilich nützt,
Indem sie dich vor dreisten Blicken schützt.
Bind auf die Bänder, und dein Kleid verrät
Mir raschelnd: meine Liebste geht zu Bett.
Das Mieder fort, das ich beneiden muß;
Daß es dir nahesteht, macht mir Verdruß.
Und fällt dein Staat, ist erst ein Staat zu sehn,
Wie wenn die Nebel von den Wiesen gehn.
Fort mit der festgeflochtnen Krone! Zähm
Es länger nicht, von Haar das Diadem.
Die Schuh nun fort, und schreite sicher aus.
Tritt ein ins Bett, der Liebe heiliges Haus.
So weiße Roben trugen Engel einst,
Wenn sie zu Menschen gingen. Du erscheinst
Als Cherub aus Mahomets Paradies.
Auch böse Geister tragen weiß, gewiß.
Wir unterscheiden sie von Engeln spielend, weil:
Die machen uns erschaudern, jene aber geil.

Laß meine Hände schweifen, sag nicht nein,
Hinauf, hinab,, hinüber, zwischendrein.
Oh, mein Amerika, mein neues Land,
Mein Staat, von einem Mann genug bemannt.
Mein Kaiserreich, mein Berg von Edelstein,
Dich zu entdecken, nenn ich glücklich sein.
In dein Verlies mich senken, macht mich frei.
Der Abdruck meiner Hand mein Siegel sei!
Ganz bloß und nackt, dich zu erfreun bereit.
Wie Seelen körperlos, so Körper ohne Kleid
Zu unsrer Lust. Ihr Fraun legt Perlen an.
Atlanta wirft den Apfel, foppt den Mann.
Der Narren Gier soll auf die Perlen gehn,
Daß sie, so abgelenkt, das Weib nicht sehn.
Für Laien ist das Buch mit buntem Druck,
Ihr Frauen aber seid in euerm Schmuck
Mysterienbücher, die sich nur erschließen
Dem Manne, der erwählt ist, zu genießen.
Weil ich es bin, zeig dich mir ohne Scham.
Fort mit dem Leintuch, das den Blick mir nahm.
Hier ist nicht Buße und nicht Unschuld, Weib.
Ich bin ja nackt. Warum soll denn dein Leib
Verhüllt sein, wenn ich unverhüllt sein kann? –
Was muß dich mehr bedecken als ein Mann?

Deutsch von Christa Schuenke

Aus: John Donne: Zwar ist auch Dichtung Sünde. Gedichte. Englisch und Deutsch. Hrsg. Maik Hamburger. Nachdichtungen von Maik Hamburger und Christa Schuenke. Leipzig: Reclam, 1985 (2., veränd. u. erw. Aufl)., S. 103ff.
ELEGY XIX. TO HIS MISTRESS GOING TO BED

By John Donne

Come, madam, come, all rest my powers defy,
Until I labor, I in labor lie.
The foe oft-times having the foe in sight,
Is tired with standing though he never fight.
Off with that girdle, like heaven’s zone glistering,
But a far fairer world encompassing.
Unpin that spangled breastplate which you wear,
That th‘ eyes of busy fools may be stopped there.
Unlace yourself, for that harmonious chime
Tells me from you that now it is bed time.
Off with that happy busk, which I envy,
That still can be, and still can stand so nigh.
Your gown, going off, such beauteous state reveals,
as when from flowry meads th‘ hill’s shadow steals.
Off with that wiry coronet and show
The hairy diadem which on you doth grow:
Now off with those shoes, and then safely tread
In this love’s hallowed temple, this soft bed.
In such white robes, heaven’s angels used to be
Received by men; thou, Angel, bring’st with thee
A heaven like Mahomet’s Paradise; and though
Ill spirits walk in white, we easily know
By this these angels from an evil sprite:
Those set our hairs on end, but these our flesh upright.
.. License my roving hands, and let them go
Before, behind, between, above, below.
O my America! my new-found-land,
My kingdom, safeliest when with one man manned,
My mine of precious stones, my empery,
How blest am I in this discovering thee!
To enter in these bonds is to be free;
Then where my hand is set, my seal shall be.
.. Full nakedness! All joys are due to thee,
As souls unbodied, bodies unclothed must be
To taste whole joys. Gems which you women use
Are like Atlanta’s balls, cast in men’s views,
That when a fool’s eye lighteth on a gem,
His earthly soul may covet theirs, not them.
Like pictures, or like books‘ gay coverings made
For lay-men, are all women thus arrayed;
Themselves are mystic books, which only we
(Whom their imputed grace will dignify)
Must see revealed. Then, since that I may know,
As liberally as to a midwife, show
Thyself: cast all, yea, this white linen hence,
There is no penance due to innocence.
.. To teach thee, I am naked first; why than,
what needst thou have more covering than a man?

1669

Niemand lebt als Insel

1.7.3 john donne: Niemand lebt als Insel

Ausgewählt von Kristian Kühn

Textkette – Wunsch von Àxel Sanjosé
Wer es liked, bekommt eine(n) Lyriker(in) zugesprochen.

John Donne:
Niemand lebt als Insel

Niemand lebt als Insel,
Einsam für sich selbst.
Jeder gehört zum Ganzen,
Ist Teil des Kontinents.
Jede weggespülte Scholle
Lässt Europa schrumpfen.
Als wenn’s eine Düne wäre
Oder eines Freundes Farm
Oder deine eigene Habe:
Jeder Tod ist mein Verlust.
Da ich Teil der Menschen bin.
Frage bitte niemals,
Wem die Stunde schlägt.
Sie schlägt dir selbst.

No man is an island,
Entire of itself.
Each is a piece of the continent,
A part of the main.
If a clod be washed away by the sea,
Europe is the less.
As well as if a promontory were.
As well as if a manor of thine own
Or of thine friend’s were.
Each man’s death diminishes me,
For I am involved in mankind.
Therefore, send not to know
For whom the bell tolls,
It tolls for thee.

John Donne

Zac Baqule, Bettina Boeck, Jörg Themistokles Kartakis und 2 anderen gefällt das.

Kristian Kühn Bettina: Gottfried Benn
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Kristian Kühn Zac: für dich Bakchylides
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Kristian Kühn Wenn du den nicht hast oder rankommst, kann ich dir was scannen (ist sehr dionysisch)
vor 8 Stunden · Gefällt mir nicht mehr · 2

Kristian Kühn Lieber Jorgos – für Sie Simonides
vor 7 Stunden · Gefällt mir

Esther Ackermann Ich habe zwar noch – von Kerstin Becker zugeteilt – Inger Christensen zu posten; aber ich kann nicht anders als liken…
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Kristian Kühn Esther – Thomas Kling!
vor 5 Stunden · Gefällt mir · 1

Kristian Kühn Lieber Matthias Friedrich: Rolf Brinkmann
vor 4 Stunden · Gefällt mir