Tanka parisiens, autour de Saint-Sulpice

Le tanka est un journal de la vie émotive du poète.
Ishikawa Takuboku

Tanka parisiens, autour de Saint-Sulpice

les marchands du temps
distribuent les bâillons
place des poètes –
les colonnes du narthex
abritent d’autres misères

l’acier des poignées
aux fermetures des portes
claquait sec
sur les sièges en bois dur
inconscients – amoureux !

archives soixante-huit
le passé en noir et blanc
mais pour moi seul
le cinéma de ma nuit
en technicolor parfois

absurde combat
entre Jacob dépouillé
et l’Ange aux ordres
d’un pouvoir dominateur
aveuglant et sûr de lui

j’ai vu tout the Wire
House of Cards The Walking Dead
Carnivale et Oz
de quelle chapelle sortent
ces noirs récits de l’enfer ?

Alhama Garcia

Journal des lisières : 52 Tanka-suite – #6

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Ishikawa Takubokus Tanka

Nach einer anderen Quelle mit Bezug auf eine englischsprachige Tankasammlung geht die im Westen übliche Aufteilung der Tankas auf 5 Zeilen auf Ishikawa zurück. Üblicherweise werden Haiku im Japanischen in einer einzigen und Tanka in zwei Zeilen oder nur einer gedruckt. Ishikawa habe seine Tanka häufig in 3 Zeilen geschrieben nach dem Schema

5 plus 7
5 plus 7
7

Über die Übersetzung ins Englische durch Carl Sesar (in Japan 1966, in den USA 1998 gedruckt) heißt es, sie sei extrem verkürzt, so daß man sie für Senryu (eine dem Haiku ähnliche Gedichtform in 17 Silben ohne den Jahreszeitenbezug des Haiku) halten könne. Dennoch seien es Tanka, zu „reich“ für Senryu.

Zwei Proben aus Sesars Übersetzung:

Über  Ishikawas Tanka schreibt Sesar, es sei „ein genauer Bericht über Ereignisse im Gefühlsleben“. Daher seien die Texte fragmentarisch und vertrügen nicht Einheit noch Kohärenz.

Zwei Tanka

Ishikawa Takuboku

i work and work more
but my life doesn’t get easier
stare at my hands

31
‚die for such a small thing?‘
‚live for such a small thing?‘
stop, stop questions and answers

Aus dem Japanischen von Keiko Amano

Keiko Amano is a bilingual and bicultural writer who lives in Los Angeles and Yokohama. She writes short stories and novels in English and Japanese. Her stories appeared in Eye-Ai magazine. Her blog.

Ishikawa Takuboku: Wie in Japan üblich steht hier der Nachname vor dem Vornamen. Ishikawa (1886-1912) war ein bedeutender Tankadichter.

Trotz der geringeren Zeilen- bzw. Silbenzahl in den englischen Versionen handelt es sich nicht um Haiku, sondern um Tanka. Überträgt man japanische Kurzgedichte nach der korrekten Silbenzahl (Tanka 31, Haiku 17) ins Englische oder Deutsche, muß man oft Füllwörter einfügen, was dem Geist dieser sehr verknappten Dichtung widerspricht.