nichts als Farbe

Am 8. April 1973 starb Pablo Picasso. Er schuf nicht nur Bilder, Skulpturen oder Keramiken, sondern auch literarische, meist surrealistisch inspirierte Werke.

rien que la couleur
l’abeille ronge son mors
rien que l’odeur
l’oiseau trait sa faucille
rien que de les voir se tordre sur l’oreiller
l’amour fond le métal du rail de l’hirondelle
rien qu’un cheveu

16. Dezember 1935 [I]

nichts als Farbe
die Biene nagt an ihrem Zaumzeug
nichts als Geruch
der Vogel melkt seine Sichel
nichts als zusehen wie sie sich dort auf dem Kissen winden
die Liebe schmilzt den Stahl des Gleises der Schwalbe
nichts als ein Haar

In: Pablo Picasso: Gedichte. Ausgewählt und mit einem Vorwort von Androula Michaël. Aus dem Französischen von Holger Fock. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2007, S. 43

Die Franzosen haben die komische Angewohnheit, ihre (alten oder neuen) Gedichte zu singen. Das ist sehr gefährlich; es könnte dazu führen, daß sie den Leuten gefallen, die sich von Fachleuten und Ignoranten einreden lassen, sie seien schwer verständlich. Unter dem Link geschieht es!

Bernard Ascal, Cécile Charbonnel – Rien que la… von chansonfrancaisetv

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