Befreiung

Helmut Heißenbüttel über Eugen Gomringer (* 20.1. 1925):

Was ich als Befreiung empfand, läßt sich auch einfach so sagen: man konnte hinschreiben:

"ping pong
      ping pong ping
      pong ping pong
                pong pong"

und das als Gedicht bezeichnen, beziehungsweise als etwas, das dem entsprach, was bis dahin Gedicht geheißen hatte. Eine Abfolge rhythmisch geordneter Silben, kein Lautgedicht, kein Typogramm, einfach diese Silben, die inhaltlich bezogen sein mochten auf das Tischtennisspiel und den Rhythmus, den die aufschlagenden Bälle bei diesem Spiel machten, aber ohne jede symbolische Hintergründigkeit, ohne erläuternden, verinnerlichenden Hinweis, nackt, kahl, sie selbst.

In: eugen gomringer: konstellationen ideogramme stundenbuch. Stuttgart: Reclam, 1977, S. 10.

Eugen Gomringer wurde am 20.1. 1925 in Cachuela Esperanza (Bolivien) geboren und wohnt in Wurlitz bei Hof (Oberfranken).

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Konzept und Poesie

konzeptundpoesie
Franzobel; Christian Steinbacher (Hrsg.): Konzept und Poesie.
Linz-Wien: Blattwerk, 1996. ISBN 3-901445-11-0

Beiträge von Neda Bey, Marcel Beyer, Friedrich W. Block, Franz Josef Czernin, Oswald Egger, Gundi Feyrer, Franzobel, Heinz Gappmayr, Helmut Heißenbüttel, Bodo Hell, Hil de Gard, Christine Huber, Norbert Hummelt, Angelika Janz, Gerhard Jaschke, Andreas Jungwirth, Ilse Kilic, Thomas Kling, Friederike Mayröcker, Franz Mon, Ann Noël, Oskar Pastior, Ronald Pohl, Karl Riha, Gerhard Rühm, Valeri Scherstjanoi, Ferdinand Schmatz, Siegfried J. Schmitz, Christian Steinbacher, Liesl Ujvary, Emmett Williams, Herbert J. Wimmer, Paul Wühr u.v.a.