Menschheitsdämmerung

Die erste Seite der Anthologie "Menschheitsdämmerung. Symphonie jüngster Dichtung" (1920)

Die erste Seite der Anthologie „Menschheitsdämmerung. Symphonie jüngster Dichtung“ (1920)

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Judas

1.6.2 georg heym: judas

Ausgewählt von Fidel Klaufschneider

Kerstin Becker auftrug mir ein gedicht von Georg Heym anzuketten!
„Was kommt ihr, weiße Falter“ is’s nit worden, bin Vampirgeschädigt (seit ich hier lebe), dann „Der Affe“ so gut er mir gefiel auch nicht also:

Georg Heym – Judas

Die Locke der Qual springt über der Stirne
Drin wispern Winde, und viele Stimmen
Die wie Wasser vorüberschwimmen.

Doch er rennet bei Ihm gleich einem Hunde
Und er picket die Worte hervor in dem Kote.
Und er wieget sie schwer. Sie werden tote.

Ach, der Herr ging über die Felder weiß
Sanft hinab am schwebenden Abendtag
Und die Ähren sangen zum Preis,
Seine Füße waren wie Fliegen klein,
In goldener Himmel Schein.

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Fidel Klaufschneider bei Michael Gratz ist jetzt eine Textkette am entstehen. Jede Person, welche bei diesem Gedicht hier „gefällt mir“ klickt, bekommt von mir eine(n) AutorIn zugewiesen, sucht dann ein Gedicht von diesem Autor/dieser Autorin raus und postet es, um so das Gedichte-Netz weiter zu spannen.

Becker/Mickel – Schneider/Heim – Wilde- Claudia Gabler!