Ach! Lieber!

Ach! Lieber! es sind so wenige, die noch Glauben an mich haben, und die harten Urtheile der Menschen werden wohl so lange mich herumtreiben, bis ich am Ende, wenigstens aus Deutschland, fort bin.

Hölderlin an Neuffer, Frankfurt. Jun. 98

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Sömmerings Seelenorgan

Friedrich Hölderlin

Sömmerings Seelenorgan und das Publikum

Gerne durchschaun sie mit ihm das herrliche Körpergebäude,
Doch zur Zinne hinauf werden die Treppen zu steil.

Sömmerings Seelenorgan und die Deutschen

Viele gesellten sich ihm, da der Priester wandelt‘ im Vorhof,
Aber ins Heiligtum wagten sich wenige nach.

Entstanden 1796

selbst der röteste hölderlin

selbst der röteste hölderlin des strumpfes schien gelb

Gellu Naum: Pohesie. Sämtliche Gedichte. Hrsg. Ernest Wichner. Basel / Weil am Rhein: Urs Engeler, 2006 (Deutsch von Oskar Pastior)

Aus: 4. Genitivul subiectiv
Se auzea scârtâitul papusilor.
(eronat, propun: se auzeau papusile scârtâitului.)
genitivul autorului
Chiar cel mai rosu ciorap al lui Hölderlin parea verde.
(eronat, propun: Chiar cel mai rosu Hölderlin al ciorapului parea galben.)

Das Angenehme dieser Welt

Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,
Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,
April und Mai und Julius sind ferne,
Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne!

Friedrich Hölderlin: Sämtliche Werke, Briefe und Dokumente in zeitlicher Folge (Bremer Ausgabe) Bd. 12, München: Luchterhand, 2004, S. 41

Am 7.1. 1811 schrieb August Mayer an seinen Bruder, der „arme Hölderlin“ wolle einen Almanach herausgeben und schreibe dafür „täglich eine Menge Papiers voll“. Aus dem „Fascikel“, den ihm Hölderlin zum Durchlesen gegeben habe, teilt er u.a. die obenstehende Strophe mit.

Hölderlin war am 3.5.1807 aus der Tübinger Nervenklinik als unheilbar aber harmlos entlassen worden und lebte bis 1843 friedlich in seinem Turmzimmer am Neckar.