Konzept und Poesie

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Franzobel; Christian Steinbacher (Hrsg.): Konzept und Poesie.
Linz-Wien: Blattwerk, 1996. ISBN 3-901445-11-0

Beiträge von Neda Bey, Marcel Beyer, Friedrich W. Block, Franz Josef Czernin, Oswald Egger, Gundi Feyrer, Franzobel, Heinz Gappmayr, Helmut Heißenbüttel, Bodo Hell, Hil de Gard, Christine Huber, Norbert Hummelt, Angelika Janz, Gerhard Jaschke, Andreas Jungwirth, Ilse Kilic, Thomas Kling, Friederike Mayröcker, Franz Mon, Ann Noël, Oskar Pastior, Ronald Pohl, Karl Riha, Gerhard Rühm, Valeri Scherstjanoi, Ferdinand Schmatz, Siegfried J. Schmitz, Christian Steinbacher, Liesl Ujvary, Emmett Williams, Herbert J. Wimmer, Paul Wühr u.v.a.

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Sätze

Hans-Jost Frey und Franz Josef Czernin, Sätze. roughbook 030. Hrsg. Urs Engeler. Zürich, Rettenegg, Solothurn: roughbooks, Mai 2014.
132 Seiten, Euro 11,00 / sFr. 13.00

Hans-Jost Frey und Franz Josef Czernin: Sätze. Hans-Jost Frey und Franz Josef Czernin sind seit langer Zeit im freundschaftlichen Gespräch miteinander verbunden, im vertrauten unter vier Augen und im schriftlich geführten, von dem das Buch „Briefe zu Gedichten“ zeugte. Die Sätze, die hier vorliegen, haben sie sich in den vergangenen Jahren zugeworfen, mit keiner andern Absicht, als ihren unendlichen Text in Bewegung zu halten und voranzutreiben. „Als wir damit begannen, einander Sätze zuzusenden, haben wir nicht eigentlich angefangen, sondern nur in anderer Weise fortgesetzt, was sich schon in Gesprächen jahrelang entwickelt hatte. Was sich dort durch das Zusammenspiel mit Tonfällen, Gesten und Mienen ergab, war nun allein den Sätzen und ihrer Folge überlassen. Aus stillschweigendem Verstehen oder Missverstehen sollten so Erhellen und Verdunkeln, Deuten und Andeuten, Witz und Ernst in sprachlicher Form werden.“ Dabei setzten sie sich die Regel, „dass jeder Satz mindestens ein Wort aus dem Satz übernehmen muss, der ihm vorausgeht, und auf den er antwortet. Der Plan sah vor, dass jeder von uns eine Satzreihe in Gang setzt, so dass zwei parallele Satzfolgen sich gleichzeitig nebeneinander vorantasten.“ Entstanden ist ein Buch tiefsinniger und unsinniger Sätze, denn: „Wenn Wörter in Sätzen des Einen in den folgenden Sätzen des Anderen vorkommen müssen, dann kann das so fruchtbar beschränken wie Vers- und Strophenformen. Da zudem noch der Eine einigermaßen anderes als der Andere ist, können sich unversehens Sätze finden, die wir beide ansonsten kaum einmal gesucht hätten. Was unsere Sätze miteinander verbindet und voneinander trennt, ist am Ende die gemeinsame Erfahrung, sich in der Sprache wirksam, aber auch fremd zu werden. Die Tiefe, in der man sich selbst zu erforschen meint, gerät oft genug an eine sprachliche Oberfläche, die ein Ich erscheinen lässt, das vielleicht eher als einem selbst einem anderen gleicht.“ / Mehr

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