Sans titre

Mehdi Qotbi wurde 1951 in Rabat geboren, lebt in Paris. In seinen Bildern arbeitet er mit Formen der arabischen Schrift, die durch die Wiederholung visuelle Rhythmen bilden. Ein Katalog erschien 1987 in der IDA Gallery in Toronto.

Mehdi Qotbi „Sans titre“, sérigraphie 30 x 22,5 cm, 4 couleurs.

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Lettre 105

lettre105
Aus dem Inhalt:

POESIE DER PILLE

JOSÉ MIGUEL WISNIK
FUSSBALL IN BRASILIEN
Lebenskunst und Lebensfreude im synkopischen Rhythmus des Spiels

YANG LIAN
DIE ELEGANZ DER LITERATI
Individualität und Ästhetik in der klassischen Kultur Chinas

TADAO ANDŌ
DER GEIST DES WABI-SABI
Die Freuden eines kleinen Mönchs in einer vom Wind zerzausten Robe

SAKAGUCHI ANGO
WAHRE SCHÖNHEIT
Fabrik, Gefängnis, Kriegsschiff – Von Notwendigkeit und Substanz

SIHAM BOUHLAL
BUCH DES BROKATS
Raffinement und Eleganz in der frühen arabischen Kultur

GEORGES NIVAT
UKRAINISCHE VERWERFUNG
Europa ist in Rußlands Schicksal einbezogen und Rußland in Europas

PHILIPPE VIDELIER
DER LETZTE ÜBERLEBENDE
Zar, Matrosen, Henker – Die Meuterei auf dem Panzerkreuzer „Potemkin“

SEYMOUR M. HERSH
ROTE LINIE, RATTENLINIE
Giftgas, Bürgerkrieg und Krieg – Obama, Erdoğan und Syriens Rebellen

ARCHITEKTUREN DER MACHT
SERGIO BENVENUTO
DEN FÜHRER LIEBEN
Über Masse, Feinde, Charisma und das verkörperte Ideal

VALERIJ PODOROGA
DAS HERREN-MONSTER
Tyrannei und Transgression – Zu einer Anthropologie der Macht

ROBERT MORRISSEY
NAPOLEON BONAPARTE
Das System des Ruhms und die moderne politische Legitimität

MARCEL HÉNAFF
DIE BÜHNE DER MACHT
Die Inszenierung der Politik – Über sichtbare Figuren der Souveränität

ETIENNE BALIBAR
MACHIAVELLIS TRAGIK
Der Principe – Von Tatmenschen und Masse, Klugheit und Gewalt

WARREN BRECKMAN
DIE MACHT UND DIE LEERE
Radikale Demokratie, Postmarxismus und das machiavellische Erbe

COLM TÓIBÍN
TÀPIES IN KATALONIEN
Spuren, Narben und Läsionen – Notizen aus dem Land der Toten

JOACHIM KALKA
DER MOND

HANNES OPEL
WORKUTAS KRIEGER
Vom Leben nach der Verbannung

JURICA PAVIČIĆ
SKOPJE IM DELIRIUM
Der Postkommunismus im Spiegelkabinett oder die Tilgung der Moderne

JAUME CABRÉ
WAS IST LOS IN KATALONIEN?

HÉCTOR ABAD
GABO UND DIE SEELE DER SCHRIFT

MICHAIL RYKLIN
ERINNERUNGEN AN DIE KRIM

Flug und Musik

Und meine Verse werden mehr Flug und Musik haben / als alle Gärten Bagdads.

Abu Nuwas (756-814) war einer der bedeutendsten Dichter der Abbasidenzeit. Er bedichtete den Wein und die homosexuelle Liebe. Seine Spottlust brachte ihn mehrfach ins Gefängnis und schließlich ums Leben: eine vornehme Perserfamilie ließ ihn derart misshandeln, dass er an den Folgen starb. Nach anderen Berichten starb er im Gefängnis oder wurde vergiftet oder beides.

Vénus Khoury-Ghata, Wir haben unsere Verzweiflung dem Wacholder

Wir haben unsere Verzweiflung dem Wacholder und dem Stechdorn erklärt
unseren einzigen Vettern in einer Fremdsprache
wir haben an der Schulter des Granatapfelbaums geweint
der jeden Monat auf unserer Schwelle blutete

XXXXX
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Aus: Stefan Weidner (Hg.) Die Farbe der Ferne. Moderne arabische Dichtung, München 2000, S. 137.