Ossip Mandelstam HAB VERIRRT MICH IM HIMMEL

Ossip Mandelstam

Hab verirrt mich im Himmel – was tu ich?
Steh mir Rede doch, wem er vertraut.
Leichter wars da euch Danteschen Neun,
Den Athleten-Wurfscheiben, zu tönen!

Denn mich kann vom Leben nichts trennen –
Von Erdrosseln träumts, von Liebkosen,
Dass die Augen, Aughöhlen und Ohren
Florentinische Traurigkeit treff.

Legt mir nicht, legt mir nicht auf die Schläfen
Diesen spitzig-und-zärtlichen Lorbeer,
Eher spaltet mein Herz auseinander,
Dass tiefblau die Scherben erklingen.

Wenn ich sterb einst und ausgedient habe,
All mein Lebtag des Lebenden Freund,
Soll erstrahlen mir höher und heller
Himmels Widerhall weit in der Brust.

19. März 1937

(Übertragen von Roland Erb)

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