Desolation Row

Bob Dylan, aus: Desolation Row (kompletter Text)

Praise be to Nero’s Neptune
The Titanic sails at dawn
And everybody’s shouting
“Which Side Are You On?”
And Ezra Pound and T. S. Eliot
Fighting in the captain’s tower
While calypso singers laugh at them
And fishermen hold flowers
Between the windows of the sea
Where lovely mermaids flow
And nobody has to think too much
About Desolation Row

 

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Fatal ist mir das Lumpenpack

Aus Heinrich Heines langem Gedicht „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (Caputh 24)

Ich wollte weinen, wo ich* einst
Geweint die bittersten Tränen –
Ich glaube, Vaterlandsliebe nennt
Man dieses törichte Sehnen.

Ich spreche nicht gern davon; es ist
Nur eine Krankheit im Grunde.
Verschämten Gemütes, verberge ich stets
Dem Publiko meine Wunde.

Fatal ist mir das Lumpenpack,
Das, um die Herzen zu rühren,
Den Patriotismus trägt zur Schau
Mit allen seinen Geschwüren.

Schamlose schäbige Bettler sind’s,
Almosen wollen sie haben –
Ein’n Pfennig, Popularität
Für Menzel und seine Schwaben!

*) Notabene, hier spricht nicht der Dichter, sondern die Göttin Hammonia, die Personifikation der durch ihre Polizei und Gäste berühmten Stadt Hamburg

Die Fanfarlo

Samuel Cramer, der ehemals mit dem Namen Manuela von Monteverde einige romantische Narreteien unterzeichnete — in der guten Zeit der Romantik —, ist das widerspruchvolle Erzeugnis eines blonden Deutschen und einer braunen Chilenin. Man denke sich zu diesem doppelten Ursprung eine französische Erziehung und eine literarische Bildung, und man wird von seltsamen Komplikationen in diesem Charakter wenig überrascht sein, sie vielmehr wohl eher selbstverständlich finden. –Samuels Stirn ist rein und edel, die Augen sind glänzend wie Kaffeebohnen, die Nase deutet auf Widerspruchgeist und Spottsucht, die Lippen sind schamlos und sinnlich, das Kinn eckig und despotisch. Die Haare trägt er sehr gesucht in raphaelesker Art geschnitten.

Anfang einer Prosadichtung von Charles Baudelaire, um 1846. Erstdruck 1847. Deutsche Fassung von Margarete Bruns (Baudelaires Werke. Dichtungen in Prosa und Novellen. Minden: J.C.C. Bruns, 1902)

Zum Tod Stalins

Uwe Johnson sagt irgendwo (jetzt sinngemäß aus dem Gedächtnis): „1956 erfährt der Genosse Ulbricht, daß Genosse Stalin drei Jahre vorher gestorben war.“

Hier zum Anlaß des Tages (am 5. März 1953 starb „die Sonne der Völker“ Josef Stalin) der Anfang eines Gedichts von Brecht aus dem für Brecht kurzen Jahr 1956:

DER ZAR HAT MIT IHNEN GESPROCHEN
Mit Gewehr und Peitsche
Am Blutigen Sonntag. Dann
Sprach zu ihnen mit Gewehr und Peitsche
Alle Tage der Woche, alle Werktage
Der verdiente Mörder des Volkes.

Aus: Bertolt Brecht, Gedichte 5. (Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, Bd. 15). Aufbau Verlag + Suhrkamp: 1993, S. 300

Wilhelm IX von Aquitanien

„Der erste Trobador“ Wilhelm IX. (* 22. Oktober 1071; † 10. Februar 1126), auch genannt der Junge (le Jeune), frz. Guillaume IX d’Aquitaine ou Guillaume VII, comte de Poitou (Guilhem VII de Peitieus) war Herzog von Aquitanien und Gascogne und als Wilhelm VII. Graf von Poitou.

Hier drei Seiten aus

Borchardt, Rudolf (Übers.): Die grossen Trobadors.Deutsch von Rudolf Borchardt. München: Bremer Presse, 1924. M. e. Nachw. d. Hrsg. 78 S., 2 Bll.. Gr.8°. OPappbd.
Compilation and translation of Provençal poetry, ca. 1100-ca. 1300. 200 copies printed by Mandruck, A.G., Munich. (Originalfassung und englische Übersetzung des Anfangs darunter – woraus ersichtlich, daß Borchardt keineswegs immer das übersetzt, worauf es uns ankommt, man vergleiche die letzte Zeile)

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