Mana Aghaee, Heimat

Heimat

Wenn ich behaupte,
meine Heimat in der brennenden Hafensonne
zurückgelassen zu haben,
ist es eine Lüge
Ich habe sie wie einen Dattelkern in mein Kopfkissen gepflanzt
Meine Mutter sagt, Heimat sei ein Blumenbeet der Sprache, das man täglich bewässern muss
Meine Schwester glaubt,
sie könne sich nicht an die Heimaterde binden
Für sie ist Heimat ein grüner Hügel in Abschnitt neunzehn des Friedhofs Solena, nahe Stockholm,
zu dessen Füssen wir meinen Vater vor zwei Jahren
zwanzigtausend Kilometer fern seiner Geburtstadt
zu Grabe trugen
Ich aber sage,
Heimat ist ein Baum
im Dschungel meiner Träume,
der wachsen wird.

Aus dem Persischen von Susanne Baghestani

Anm. Dieses Gedicht hatte die iranische Dichterin auf ihrem alten Blog „Geflüster der Töchter Sapphos“ veröffentlicht. Auf ihrer gleichnamigen neuen Website ist es leider nicht vorhanden. http://iranianpoetry.com/

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Roland Erb, Der Stein – رولاند اِرب، سنگ

رولاند اِرب
سنگ

(۲۰۰۷)

خوب است این سنگ
خوب است این سنگ برای من
سطح روشنش سائیده و صاف است
در جیب کُتم با خود می برمش
او مزاحمم نیست
و برتری نمی جوید.

این سنگ نه ادعای مهربانی دارد
و نه ادعای محبت
و هیچ گاه بداخلاق نیست.
این سنگ قادر به سخن گفتن نیست
از من عیب نمی گیرد
از جیبم نمی خورد
و دموکراسی را هم برایم تعبیر نمی کند.

این سنگ را می توانم دور بریزم
اگر روزی سنگینی کند.
آنگاه ازمن دلخور نخواهد شد و
انتقامی خونین نخواهد گرفت
سنگِ خوبِ من.

ترجمه از زبان آلمانی: سوزان باغستانی

منبع اینترتی: http://levurelitteraire.com/roland-erb/

DER STEIN

Gut ist der Stein,
gut ist der Stein für mich.
Die helle  Oberfläche ist abgeschliffen und hart.
Ich trage den Stein in der Tasche,
er stört mich nicht
und spielt sich nicht in den Vordergrund.

Der Stein täuscht keine Freundlichkeit vor,
keine Sympathie
und hat niemals schlechte Laune.
Der Stein kann nicht sprechen,
er krittelt nicht an mir herum,
er liegt mir nicht auf der Tasche
und klärt mich nicht auf über Demokratie.

Den Stein kann ich wegwerfen,
wenn er mir einmal zu schwer wird.
Dann ist er nicht böse und nimmt
nicht blutige Rache,
mein guter Stein.

Zum Divan-Projekt

„Ein anderer Fall liegt in Deutschland vor: ein bewundernswertes Land, das so leicht zum Fanatismus neigt, wählt ausgerechnet einen toleranten Mann, der überhaupt nicht fanatisch ist und dem der Begriff des Vaterlandes nicht sonderlich viel bedeutet; es wählt Goethe. Deutschland wird durch Goethe repräsentiert.“

Jorge Luis Borges, Die letzte Reise des Odysseus. Essays, Fischer 1992, S.18f. (Ü: Gisbert Haefs)

Vénus Khoury-Ghata, Wir haben unsere Verzweiflung dem Wacholder

Wir haben unsere Verzweiflung dem Wacholder und dem Stechdorn erklärt
unseren einzigen Vettern in einer Fremdsprache
wir haben an der Schulter des Granatapfelbaums geweint
der jeden Monat auf unserer Schwelle blutete

XXXXX
XXXXX

Aus: Stefan Weidner (Hg.) Die Farbe der Ferne. Moderne arabische Dichtung, München 2000, S. 137.

Roland Erb, Körper der Stadt / رولاند اِرب، اندام شهر

رولاند اِرب

اندام شهر

(سروده در حدود سال ۲۰۰۰)

شهر، دوست غریبم، سرگردانم در شلوغی اینجا

گنگم، با لبهای جویده و پوستی کِز داده.

می خواهم دوباره ملاقاتت کنم، جایی در خاکسترایی،

پرسه هات را نظاره کنم، با آن کمرِجنبان بی اعتنا

و آن تکانِ سرِ پرسان، می خواهم مچهای نازکت را

دردمندانه در چنگ و شانه های سردت را در بغل گیرم.

زیرچشمی به پستانهای اسیر پیراهنت می نگرم،

به این اندام خنک می اندیشم، به این پناهجو،

به مقاومتش، به شکوفایی ناگهانی شوقش.

می خواهم دوباره همرات شوم، در برابر این باد بزدل،

در برابر تصاویر تحمیلی و ردِ لِچ گذرهایِ چراغانی.

می خواهم با تو گیلاسی بزنم، بدون تعارف و فکل و گریبان

و می خوام اظهارنامۀ مالیاتی فراموشت شود، ترجیحاً برای ابد.

می خواهم با تو از شبی طوفنی بگذرم در حاشیۀ شهر

در تاریکی بستری بجویم از برگهای افرا و خاک.

شبکۀ شریان هات رمزآلود زیر ستاره ها می درخشد. بیا،

سردی بنوشیم.

ترجمه از زبان آلمانی: سوزان باغستانی

Übertragen aus dem Deutschen von Susanne Baghestani

Roland Erb

KÖRPER DER STADT

Stadt, fremde Freundin, ich irre hier im Gewühl umher
Stumm, mit zerbissenen Lippen, versengter Haut.
Ich will dich wieder treffen einmal, irgendwo in der Gräue,
ich will dich fortschlendern sehn mit abweisender Hüfte,
fragend geschütteltem Kopf, und möchte schmerzhaft umklammern
die dünnen Gelenke, die frostigen Schultern umschlingen.
Ich schiele nach den versklavten Brüsten unter dem Hemd und denke
an diesen Körper, den kühlen, den Flüchtling,
seinen Widerstand, die plötzlich aufblühende Freude.
Ich will mit dir einmal noch gehn, gegen den feigen Wind, gegen
das aufgezwungene Bild, die Schleimspur der Lichterpassage.
Ich will mit dir trinken gehen ohne Kompliment, Krawatte und Kragen
und will dich die Steuererklärung vergessen lassen, am liebsten für immer.
Ich will durch die stürmische Nacht mit dir treiben am Stadtrand,
im Dunkeln suchen ein Bett aus Ahornblättern und Erde.
Dein Adern-Geflecht, es glänzt rätselhaft unter Sternen. Komm,
Kälte trinken.

Quelle: http://levurelitteraire.com/roland-erb/

Volker Sielaff, Farbe / فولکر زیلاف، رنگ

Üblicherweise übersetze ich ins Deutsche, was bei diesem Gedicht nicht möglich war. Deshalb der Versuch, Sielaffs Gespräch mit Nofretete ins Persische zu übertragen. Für die auffallenden chemischen Komponenten der Farben fanden sich unerwartet traditionelle persische Bezeichnungen wie z.B. ‚zarnikh‘ für Schwefelarsen, die ich bevorzuge. An der „Fremdheit“ ändern sie nichts. Die Übertragung folgt so weit wie möglich dem Stil und Tonfall des Originals. Auf eine Autorisierung wurde verzichtet.

فولکر زیلاف

رنگ
(تندیس نفرتیتی، قرن ١٤ قبل از میلاد)

با چشمهامان دیدن همدیگر را می آزماییم
نگاهم شادنة لبهاش را لمس می کند و
بر آن فیروزة حجیم می خوابد، چون سری
که بر ابری می خوابد، ابری فیروزه ای
که فیروزه ای فرو خواهد بارید با
صاعقه هایی که از ابری می آیند
و به ابری بازمی گردند که
می بینیمش در آسمان بالای سرمان

وقتی که باران را فرو می پاشد چون رنگی
مضاعف، حجم ابری سیاه که بارَش را
می دهد درعوض زردی ملایم تابستان
زردی آلاله ها، زردی نرگس ها، گذرا
مانند لحظه ای گذرا مانند
آن زرنیخ زرد در پس سرخی
گونه هاش:

(آن زرد طلایی و زرنیخ زرد،
به ویژه اما آن زرنیخ زرد،
«زرنیخ زرد، زرنیخ زرد» که پرنده ها
می خوانندش از فراز بامها،
از فراز بامهای قیراندود انباری ها و
بامهای سفالی و بامهای سیاه).

با چشمهامان دیدن همدیگر را می آزماییم
با گوشهامان به همدیگر گوش می دهیم
با دهانمان خاموش می مانیم.
(آن سرمه ای ساده
و آن سرمه ای ذغالی چشمش).

برگردان از زبان آلمانی: سوزان باغستانی ،مارس 2014

Volker Sielaff

Farbe
(Nofretete, 14. Jh. v. Chr.)

Mit den Augen üben wir, einander anzusehen.
Mein Blick ertastet das Eisenoxyd ihrer Lippen,
legt sich auf das schwere Kupferblau, wie ein Kopf
sich auf eine Wolke legt, die kupferblau ist, die
sich kupferblau abregnen, sich entladen wird
in Blitzen, die aus einer Wolke kommen und
in eine Wolke wieder zurückgehen, die
wir sehen können am Himmel über uns,

wenn sie Regen ausschüttet wie eine überzählige
Farbe, wie schwarzes Wolkengewicht, das seine Schwere
hergibt für ein mildes sommerliches Gelb,
Butterblumengelb, Narzissengelb, flüchtig
wie ein flüchtiger Augenblick, wie
das Schwefelarsen hinter dem Rot
ihrer Wangen:

(das Goldgelb und das Schwefelarsen,
aber vor allem das Schwefelarsen,
„Schwefelarsen, Schwefelarsen“, die Vögel
rufen es von den Dächern, den Pappdächern
der Geräteschuppen und den Ziegeldächern und den
schwarzen Dächern).
Mit den Augen üben wir, einander anzusehen.
Mit den Ohren hören wir einander zu.
Mit dem Mund schweigen wir.
(Das einfache Schwarz,
und das Holzkohleschwarz ihres Auges).

Quelle: http://www.lyrikwelt.de/gedichte/sielaffg2.htm