Stefan Aug. Doinas DER VERDRIESSLICHE ENGEL

Stefan Aug. Doinas (1922 – 2002)

DER VERDRIESSLICHE ENGEL

(Îngerul îmbufnat)

In der Stille, die wüstenleer war und hanfgelb,
als ich bitter irrte durch äschernes Feld,
bin ich plötzlich erwacht, da ging neben mir mit
jener Erzengel fürbass, mit rüstigen Schritt.

„Ach Erleuchteter du – an Harzen reiche Instanz -,
aus deinen Flügeln verströme eine Substanz
an die Dinge: dass alle, erblühend ringsum
mit strahlendem Geist sich erfülln im Azur!
Ach, Großmütiger, der du alle Gnade kannst geben,
warum solltest du nicht die Grenze aufheben
am Himmel: dass, wieder ins Licht gewendet,
sie Echo werden, wie sie’s zu Anfang gewesen…“

Aber er, mit dem bleiernen Flügel raschelnd,
mit irdischem Trippeln, kratzt aus der Asche
einen Garten aus Tränen mit seinen Nägeln.

Und ich wusste, mehr wird er niemandem geben.

(aus: VOLUPTATEA LIMITELOR)

Aus dem Rumänsichen von Roland Erb

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