Entschwundene Jugend

   O wie entbehr' ich
 Den Blütenleib der Jungfrau,
   Der lotusblumig
 Entfaltet, wie der Lotus,
 Der Seebucht von Kusaka!

Die Verfasserin wird „die Getreue des Kaisers Yuryaku“ genannt.

Übertragen von Julius Kurth, aus: Japanische Lyrik aus vierzehn Jahrhunderten. Nach den Originalen übertragen von Dr. Julius Kurth. München und Leipzig: R. Piper, 1909. (Die Fruchtschale. Eine Sammlung. XVII: Japanische Lyrik)

Die Verfasserin war ein Mädchen, dem der Kaiser Yuryaku seine Liebe versprochen, sie aber dann jahrelang vergessen hatte. Als er sie wiedertraf, „war sie verblüht“, sagt der Nachdichter. (Über den Reifezustand des Kaisers wird nichts ausgesagt). „Von ihrer Treue bewegt beschenkte er sie und widmete ihr Gedichte.“

Der Kaiser regierte 457-479. Es ist die archaische Zeit der japanischen Lyrik. Das Gedicht steht in der ältesten Sammlung japanischer Dichtung, dem um 759 abgeschlossenen Manyôshu (Zehntausend-Blätter-Sammlung), in dem 4173 Tanka (Kurzgedichte), 262 Chôka (Langgedichte) und einige in anderen Formen versammelt sind.

 

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