In Parward (2)

Nicht daß ich die letzten 6 Wochen mit Villons Jargonballade A Parouart, la grant mathe gaudie verbracht hätte (oder mit seinem ersten Vers, bei dem ich hängengeblieben war). Aber ein bißchen beschäftigt hab ich mich schon und frisch Feuer gefangen. Dank der Digitalisierung (für die im französischsprachigen Bereich nicht Google, sondern der französische Staat einsteht) kann man heute Textkritik auch betreiben, wenn man nicht in der Nähe einer historisch-kritischen Ausgabe wohnt.

Aber Bücher helfen sich im Webdickicht zurechtzufinden. Die Jargonballaden gibt es in keiner Handschrift Villons, aber das haben sie mit den meisten anderen Werken des Dichters gemein. Anscheinend existieren überhaupt nur 2 Balladen und ein Epitaph in Originalhandschrift. Jargonballaden sind in 2 Quellen überliefert.

  • Der Stockholmer Handschrift, auch Handschrift Fauchet genannt, die nach 1477 angefertigt wurde (von Villon gibt es nach dem 8. Januar 1463 kein Lebenszeichen mehr)  (Balladen VII-XI)
  • Das Buch Le grant testament villon et le petit. Son codicille. Le iargon & ses balades, 1489 in Paris gedruckt (Jargonballaden I-VI)

 

Über die Bedeutung wollte ich in der nächsten Folge reden. Aber die kann warten.

Zunächst mal hab ich überprüft, woher die unterschiedlichen Fassungen stammen. Dank der Sammlung Gallica, der digitalen Sammlung der Französischen Nationalbibliothek, kann man Pdfs der Originalmanuskripte einsehen. Hier zwei Funde:

export (1)

A

Bildschirmfoto 2016-01-21 um 13.30.41

B

 

Bild B stammt aus der Quelle von 1489. Den Text der ersten Zeile haben wir jetzt gesichert. Die Bedeutung kann warten.

A parouart la grant mathegaudie

Siglen

In 9 von den 14 in meiner Bibliothek vorhandenen Bänden ist sie nicht enthalten.

F = Französisch

D = Deutsch

E = Elektronische Quellen

  • F1: Villon: Œuvres poétiques. Texte établi et annoté par André Mary. Paris: Garnier-Flammarion, 1965
  • F2: Villon: Poésies complètes. Présentation, édition et annotations de Claude Thiry. Paris: Librairie Géneral Française, 1991 (Lettres gothiques)
  • D1: Villon: Dichtungen. Französisch und deutsch, übertragen mit einer Einleitung und Anmerkungen von Martin Löpelmann. München: Georg D.W. Calwey,o.J. [1937]
  • D2: Die Lebensbeichte des Franois Villon. Übertragen von Martin Remané. Berlin: Rütten & Loening, 1964
  • D3: Villon: Sämtliche Werke. Zweisprachige Ausgabe. Hrsg. u. a.d. Französ. übers. von Carl Fischer. München: dtv, 2002 (2.revidierte Aufl.)
  • E1: Le grant testament villon et le petit. Son codicille. Le iargon & ses Balades. Paris:  P. Levet, 1489
  • E2: Le Grant Testament Maistre Françoys Villon et le Petit. Son Codicille avec le Jargon et ses Ballades. s. d.
  • E3: Oeuvres complètes de François Villon : suivies d’un choix des poésies de ses disciples / dition préparée par La Monnoye, mise au jour, avec notes et glossaire par M. Pierre Jannet. Paris: E. Picard, 1867

Wird fortgesetzt.

Bisher über Villon

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