In Parward

Auf der Suche nach einem Parisgedicht dachte ich an François Villon und suchte ein bißchen. Villon ist ja ein früher Großstadtdichter, Paris überall. Aber Paris speziell? Es gibt die Ballade von den Frauen von Paris („am besten kann’s die aus Paris“), es gibt auch die Ballade wider Frankreichs Feinde (schien mir heute zu martialisch), aber genau, da: „Hier in Paris, der schönen großen Stadt“. Jedenfalls in der Übersetzung von Carl Fischer (Zweisprachige Ausgabe bei dtv 2002). Mit diesem Gedicht ist es kompliziert: erstens weil es nach  Ansicht mancher Forscher gar nicht von Villon ist – Dichter unbekannt (wiewohl unter seinem Namen und in seinen Argot-Gedichten überliefert). Zweitens aber weil es eben Argot ist. Soll man das romanische Argot in deutsche Normalsprache übersetzen, wie es Carl Fischer tat?

Villon oder nicht, das Gedicht ist da und verdient Beachtung. Auch weil die Argotballaden in den gängigen deutschen Ausgaben meist fehlen oder nur in einer kleinen Probe vorgestellt werden (selbst wenn „Sämtliche Dichtungen“ auf dem Titel steht). Ich beginne heute, das kleine Gedicht zeilenweise zu untersuchen, mich ihm anzunähern. Vielleicht liest es jemand mit, dem andere Assoziationen zufallen, der eine mir unbekannte Ausgabe besitzt oder Kenntnisse des Argots oder Jargons? Mal sehn, wie weit ich damit komme.

Die erste Zeile im Original:

A Parouart, la grant mathe gaudie, (F1)

Bzw.

A Parouart la grant mathegaudie (F2)

Über die Bedeutung weiter in der nächsten Folge.

Siglen

In 9 von meinen 14 in meiner Bibliothek vorhandenen Bänden ist sie nicht enthalten.

F = Französisch

D = Deutsch

F1: Villon: Œuvres poétiques. Texte établi et annoté par André Mary. Paris: Garnier-Flammarion, 1965

F2: Villon: Poésies complètes. Présentation, édition et annotations de Claude Thiry. Paris: Librairie Géneral Française, 1991 (Lettres gothiques)

D1: Villon: Dichtungen. Französisch und deutsch, übertragen mit einer Einleitung und Anmerkungen von Martin Löpelmann.München: Georg D.W. Calwey,o.J. [1937]

D2: Die Lebensbeichte des Franois Villon. Übertragen von Martin Remané. Berlin: Rütten & Loening, 1964

D3: Villon: Sämtliche Werke. Zweisprachige Ausgabe. Hrsg. u. a.d. Französ. übers. von Carl Fischer. München: dtv, 2002 (2.revidierte Aufl.)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s