ALONE

ALONE
by Edgar Allan Poe

From childhood’s hour I have not been
As others were; I have not seen
As others saw; I could not bring
My passions from a common spring.
From the same source I have not taken
My sorrow; I could not awaken
My heart to joy at the same tone;
And all I loved, I loved alone.
Then- in my childhood, in the dawn
Of a most stormy life- was drawn
From every depth of good and ill
The mystery which binds me still:
From the torrent, or the fountain,
From the red cliff of the mountain,
From the sun that round me rolled
In its autumn tint of gold,
From the lightning in the sky
As it passed me flying by,
From the thunder and the storm,
And the cloud that took the form
(When the rest of Heaven was blue)
Of a demon in my view.

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Manchmal glaube ich nicht an den Fortschritt

Manchmal glaube ich
nicht an den Fortschritt.

Manchmal glaube ich nicht
An den Fortschritt.
Mein Lieblingsbild ist gemalt,
Die schönsten Gedichte
Habe ich um mich versammelt
Mehr Musik brauche ich nicht.
Das beste Gewitter
ist schon erfunden
Der schönste Schnee fällt in meinem Kopf
Ich habe die wichtigsten Gipfel gesehen
Und das tiefste Tal ist besichtigt
Das Meer ist immer als eine Vorstellung
Am bemerkenswertesten.
Wären denn abrufbare Fahrtgeschwindigkeiten
Noch zu übertreffen
Die Niederschläge und Psalmen
Und einfach Gegenden, einfach Sätze
Einfaches Auskommen?
Manchmal meine ich
Ich hätte von allem genug.
Da hat mich, mitten in seiner verriegelten Strenge
Das bis jetzt unauffällige Kind
Vorsichtig angelacht
Und ich bekam Lust
Zu einer Kutschfahrt durch den Englischen Garten!

Gabriele Wohmann

 

Poetry

Marianne Moore

Poetry
I, too, dislike it.
 Reading it, however, with a perfect contempt for it, one discovers in
 it, after all, a place for the genuine.

Fassung von 1967. Das Gedicht  wurde von ihr 27 mal in mindestens drei verschiedenen Fassungen veröffentlicht. Bein Erstdruck 1919 hat es fünf odenartig eingerückte Strophen, 1925 eine einzige Strophe  von 13 Zeilen.

Hier die erste Fassung, hier unter Nr. I die von 1925.

Auf Deutsch:

Marianne Moore: Kein Schwan so schön. Gedichte, übersetzt von Jürgen Brocan, Urs Engeler Editor. Basel; Weil am Rhein; Wien: Engeler, 2001, ISBN 3-905591-30-8.

 

Laue Luft kommt blau geflossen

FRISCHE FAHRT

Laue Luft kommt blau geflossen,
Frühling, Frühling soll es sein!
Waldwärts Hörnerklang geschossen,
Mutger Augen lichter Schein;
Und das Wirren bunt und bunter
Wird ein magisch wilder Fluß,
In die schöne Welt hinunter
Lockt dich dieses Stromes Gruß.

Und ich mag mich nicht bewahren!
Weit von euch treibt mich der Wind,
Auf dem Strome will ich fahren,
Von dem Glanze selig blind!
Tausend Stimmen lockend schlagen,
Hoch Aurora flammend weht,
Fahre zu! ich mag nicht fragen,
Wo die Fahrt zu Ende geht!

Joseph von Eichendorff

A Few Rules for Beginners

A Few Rules for Beginners
BY KATHERINE MANSFIELD (1888–1923)

Babies must not eat the coal
And they must not make grimaces,
Nor in party dresses roll
And must never black their faces.

They must learn that pointing’s rude,
They must sit quite still at table,
And must always eat the food
Put before them—if they’re able.

If they fall, they must not cry,
Though it’s known how painful this is;
No—there’s always Mother by
Who will comfort them with kisses.

Wenn sich ein Weib aus der Herde hebt

Emerenz Meier
(1874-1928)

Wenn sich ein Weib aus der Herde hebt
Und nicht nach der alten Schablone lebt,
Dann soll’s von der Menge gesteinigt werden,
Wie es Gesetz ist und Brauch auf Erden.

Doch gab man ihm eine Gnadenfrist,
Solang es jung und sauber ist,
Erst wenn sich’s zur alten Jungfrau entwickelt,
Wird es gekreuzigt, darauf zerstückelt.

Und hat sich ein Mann ein Weib erwählt,
Das mehr versteht als er von der Welt,
Mag es sein Haus sonst auch wohl verseh’n,
Der Scheidung soll nichts entgegensteh’n.

Denn der Mann sei weise, das Weib sei dumm,
Solch alte Gebote stößt man nicht um,
Heißt doch in jedem Fall er der Ernährer,
Auch wiegt sein Gehirn um einiges schwerer.

Und wenn von dem Alten Testament,
Man sonst schon das meiste erlogen nennt,
Die eine Wahrheit bleib unberochen:
Gott schuf die Eva aus Adams Knochen.

Zuviel ist dem Weibe bereits erlaubt,
Die Türkin trägt heut noch im Sack ihr Haupt.
Hier will sie Arzt sein und Pillendreher,
Lehrer, Jurist und Schaltersteher.

Gefährdet durch Weibes Intelligenz
Ist heut der Männer Existenz,
Ihr Ansehen flieht wie der alte Glaube
An ihre Kraft und ans Glück der Haube.

Doch tausend noch halten am alten Recht
Und schreien: Nieder mit dem Geschlecht,
Dem dritten, Wolzogens‘ Kampfgenossen,
Es sei verachtet, verfemt, verstoßen.

Ja, fort mit jeder, die emanzipiert,
Auf selber gebahnten Pfaden irrt,
Man schichte Scheiter, man werfe Steine,
Denn die Welt schuf Gott, für den Mann alleine.