Geßner, ein Vergeßner*

Gottfried Keller hat in seiner Novelle „Der Landvogt von Greifensee“ ein reizendes Bild von einem ländlichen Fest gemalt, des der Züricherische Dichter Salomon Geßner (1730 bis 1788) auf seinem Landhaus im Sihlwald seinen Freunden gibt. Dieser Salomon Geßner ist der Schöpfer der deutschen Idylle. Sein Talent ist begrenzt, aber innerhalb der Grenzen seines Talentes bewegt er sich mit vollendeter Sicherheit und Vollkommenheit. Er gehört zu den allerliebenswürdigsten Erscheinungen der deutschen Dichtung. Geßner war einmal eine europäische Berühmtheit. Es wird nicht besser werden in der Welt, ehe es Geßner nicht wieder ist. Wir werden erst dann den ewigen Frieden haben, wenn solche arkadische Dichter wie er wahrhaft populär geworden sind.

Klabund: Deutsche Literaturgeschichte in einer Stunde: von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Leipzig-Gaschwitz: Dürr & Weber, 1920. 1. – 10. Tsd. Online-Ausg. Düsseldorf : Universitäts- und Landesbibliothek, 2009 96 S. (Serie Zellenbücherei ; 12)

*) Ulrich Berkes in: An den Amor : Idyllen / Salomon Gessner. [Hrsg. von Ulrich Berkes. Mit 25 Kupferstichen von Salomon Gessner] Leipzig: Reclam, 1980.

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