Der Mensch

Matthias Claudius

Der Mensch

 Empfangen und genähret
   Vom Weibe wunderbar
 Kömmt er und sieht und höret,
   Und nimmt des Trugs nicht wahr:
 Gelüstet und begehret,
   Und bringt sein Tränlein dar;
 Verachtet, und verehret;
   Hat Freude, und Gefahr;
 Glaubt, zweifelt, wähnt und lehret,
   Hält nichts, und alles wahr;
 Erbauet, und zerstöret;
   Und quält sich immerdar;
 Schläft, wachet, wächst, und zehret;
   Trägt braun und graues Haar etc.
 Und alles dieses währet,
   Wenn's hoch kommt, achtzig Jahr.
 Denn legt er sich zu seinen Vätern nieder,
   Und er kömmt nimmer wieder.
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