S’brent! briderlekh, s’brent!

Es brent – Es brennt
Text und Musik: Mordechai Gebirtig

Kaczerginski veröffentlichte das Lied 1948 in seinem Buch „Lider fun di Getos un Lagern“ (Text: S. 330, Noten: S. 424). Es wurde 1983 von Mlotek und Gottlieb in der Sammlung „Mir sajnen do“ („Wir sind da“, S. 12) mit einer Übersetzung ins Englische veröffentlicht. Außerdem wurde das Lied 1954 unter dem Titel „Unser Städtchen brennt“ mit einer Übersetzung ins Hebräische von Z. Barmeir in Prager, „Min Hametzar Karati“ („Aus der Enge rief ich“, S. 194) und 1987 mit der Übersetzung von Abraham Levinson in Hurwitz, „Min Hametzar“ („Aus der Enge“, S. 10-11) sowie in mehreren anderen Anthologien veröffentlicht.

„Es brent“ wurde neben der „Partisanenhymne“ zu einem der bekanntesten und am häufigsten bei Holocaust-Gedenkveranstaltungen gesungenen Lieder.

Komponiert wurde es 1938 von Mordechai Gebirtig (1877-1942). Er schrieb es als Reaktion auf ein Pogrom in der polnischen Stadt Przytyk. Das Lied erwies sich als prophetisch im Hinblick auf den bevorstehenden Holocaust. Gebirtig wurde im Juni 1942 im Ghetto Krakau ermordet. Das Lied beschreibt das Brennen eines jüdischen Städtchens. Der Dichter ruft die Juden auf: Steht nicht tatenlos herum, die Rettung liegt in Eurer Hand, wenn Euch das Städtchen lieb ist, nehmt Geräte zur Hand und löscht den Brand, löscht ihn selbst und zeigt der Welt, wozu ihr imstande seid! / Yad Vashem.org *)

Es brent
S’brent! briderlekh, s’brent!
Oy, undzer orem shtetl nebekh brent!
Beyze vintn mit yirgozn
Raytn, brekhn un tseblozn
Shtarker nokh di vilde flamen,
Alts arum shoyn brent.

Un ir shteyt un kukt azoy zikh
Mit farleygte hent,
Un ir shteyt un kukt azoy zikh –
Undzer shtetl brent!

S’brent! briderlekh, s’brent!
Oy, undzer orem shtetl nebekh brent!
S’hobn shoyn di fayertsungen
Dos gantse shtetl ayngeshlungen –
Un di beyze vintn huzhen,
Undzer shtetl brent!

Un ir shteyt un kukt azoy zikh…

S’brent! briderlekh, s’brent!
Oy, es ken kholile kumen der moment,
Undzer shtot mit undz tsuzamen
Zol af ash avek in flamen,
Blaybn zol – vi nokh a shlakht,
Nor puste, shvartse vent.

Un ir shteyt un kukt azoy zikh…

S’brent! briderlekh, s’brent!
Di hilf iz nor in aykh aleyn gevendt,
Oyb dos shtetl iz aykh tayer,
Nemt di keylim, lesht dos fayer,
Lesht mit ayer eygn blut,
Bavayzt, az ir dos kent.

Shteyt nisht brider, ot azoy zikh
Mit farleygte hent,
Shteyt nit, brider, lesht dos fayer – Undzer shtetl brent!

*) Unter dem Link eine Aufnahme von 1946

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2 Gedanken zu “S’brent! briderlekh, s’brent!

  1. Shmerke Kaczerginski: Da sein Name hier erwähnt ist, will ich einen Link zum Ponarlied hinzufügen.

    http://www.juden-in-europa.de/baltikum/vilna/ponar.htm#Das%20Lied%20von%20Ponar

    Die Juden aus Wilner Ghetto, wo bis zuletzt, zuallerletzt, ein reiches künstlerisches Leben blühte, wurden in Ponar umgebracht. 1992 hat der Picus-Verlag ein Büchlein zur Geschichte des Wilner Ghettos herausgebracht, darin auch eine kleine Sammlung von Liedern, die dort um 1940 enstanden, zu der Zeit, als die systematische Tötung der Wilner Juden begann: „Ess firt kejn weg zurik“. (Ist einer meiner Schätze, dieses Buch.)

    Nizza Thobi hat das Ponarlied und etliche andere Lieder aus dem Wilner Ghetto gesungen; reinhören kann man da: http://www.rhapsody.com/artist/nizza-thobi/album/mir-leben-ejbig

    Gefällt mir

  2. Shmerke Kaczerginski: Da sein Name hier erwähnt ist, will ich einen Link zum Ponarlied hinzufügen.
    http://www.juden-in-europa.de/baltikum/vilna/ponar.htm#Das%20Lied%20von%20Ponar

    Die Juden aus Wilner Ghetto, wo bis zuletzt, zuallerletzt, ein reiches künstlerisches Leben blühte, wurden in Ponar umgebracht. 1992 hat der Picus-Verlag ein Büchlein zur Geschichte des Wilner Ghettos herausgebracht, darin auch eine kleine Sammlung von Liedern, die dort um 1940 enstanden, zu der Zeit, als die systematische Tötung der Wilner Juden begann: „Ess firt kejn weg zurik“. (Ist einer meiner Schätze, dieses Buch.)

    Nizza Thobi hat das Ponarlied und etliche andere Lieder aus dem Wilner Ghetto gesungen; reinhören kann man da: http://www.rhapsody.com/artist/nizza-thobi/album/mir-leben-ejbig

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