Stefan George DER HÜGEL WO WIR WANDELN LIEGT IM SCHATTEN

Der hügel wo wir wandeln liegt im schatten ˙
Indes der drüben noch im lichte webt ˙
Der mond auf seinen zarten grünen matten
Nur erst als kleine weisse wolke schwebt.

Die strassen weithin-deutend werden blasser ˙
Den wandrern bietet ein gelispel halt ˙
Ist es vom berg ein unsichtbares wasser
Ist es ein vogel der sein schlaflied lallt?

Der dunkelfalter zwei die sich verfrühten
Verfolgen sich von halm zu halm im scherz…
Der rain bereitet aus gesträuch und blüten
Den duft des abends für gedämpften schmerz.

(aus: Das Jahr der Seele. 1897/98)

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