An der Elbe

Heinz Czechowski

An der Elbe

[Fassung 1961]

Sanft gehen wie Tiere die Berge neben dem Fluß.
Nur zu ahnen die Brücke, doch eben noch da.
Und von den Wiesen mischt sich ein Duft
mit dem Geruch dumpfen Wassers. Wir sind ganz nah.

Und Geräusche sind wenig: das Gurgeln des Wassers,
ganz leis nur in Blättern und Gräsern ein Wind.
Kein Mensch sonst. Nur wir. Und die große Stille
geht in uns ein — nur wir Liebende sind.

Hier sind wir zu Haus. Und der Himmel ist hoch.
Und die Nacht läßt die Sterne des Sommers drin reifen.
Ganz nah dein Gesicht. Und dann spüre ich noch,

wie die kleinen Wolken die Pappeln fast streifen.
Und wie ein Glücklichsein in uns sich vermählt
mit der großen Schönheit der Welt.

(Bekanntschaft mit uns selbst. Gedichte junger Menschen, Halle 1961, S.57)

An der Elbe

[Fassung 1962]

Sanft gehen wie Tiere die Berge neben dem Fluß.
Nur zu ahnen die Brücke, doch eben noch da.
Und von den Wiesen mischt sich ein Duft
mit dem Geruch dumpfen Wassers. Wir sind ganz nah.

Und Geräusche sind wenig: Das Gurgeln des Wassers,
ganz leise in Gräsern und Blättern der Wind.
Kein Laut sonst. Nur wir. Und die große Stille
geht in uns ein — nur wir Liebende sind.

Hier sind wir zu Haus. Und der Himmel ist hoch.
Und die  Nacht läßt die Sterne des Sommers drin reifen.
Ganz nah dein Gesicht, doch spüre ich noch,

wie die kleinen Wolken die Pappeln fast streifen.
Und wie ein Glücklichsein in uns sich vermählt
mit der begreifbaren Schönheit der Welt.

(Nachmittag eines Liebespaares. Gedichte, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 1962, S. 20. 2. Aufl. 1963)

An der Elbe

[Fassung 1982]

Sanft wie Tiere gehen die Berge neben dem Fluß.
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1957

(Heinz Czechowski: Ich, beispielsweise. Gedichte. Leipzig: Reclam, 1982, S. 7)

An der Elbe

[Fassung 1990]

Sanft gehen wie Tiere die Berge neben dem Fluß.

(Heinz Czechowski: Auf eine im Feuer versunkene Stadt. Gedichte und Prosa 1958-1988. Halle-Leipzig: Mitteldeutscher Verlag, 1990, S. 7. So auch in: Heinz Czechowski: Die Zeit steht still. Ausgewählte Gedichte, Düsseldorf 2000, S. 11)

Mehr (Poetologisches & Philologisches) hier

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