Sandkunst

(Freistil)

Ich stelle mal 2 Gedichte neben-, also untereinander.

Uwe Greßmann

Leere und Fülle

Und denkt euch mal den Raum
Bis an die Decke voll mit Sand
Und ihr säßet wie jetzt auf den Stühlen;
Wie könnte da das Licht der Lampe zu euch dringen,
Das ihr nun seht?

Und Tische, Sessel, Wände, Vasen … widerstrahlen,
Weil ihr Abstand dazu habt,
Die Dinge zu betrachten.

Uwe Greßmann, Sagenhafte Geschöpfe, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 1983

Paul Celan

KEINE SANDKUNST mehr, kein Sandbuch, keine Meister.

Nichts erwürfelt. Wieviel
Stumme?
Siebenzehn.

Deine Frage – deine Antwort.
Dein Gesang, was weiß er?

Tiefimschnee,
Iefimnee,
I-i-e.

Paul Celan: Atemwende, Suhrkamp 1967.

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Ein Gedanke zu “Sandkunst

  1. muß der leser greßmanns oder celans gedicht „richtig“ verstehen? sind die gelehrten anmerkungen der kommentierten ausgaben die verbindliche lesart? ich denke nicht. gerät celans sandkunst zufällig neben greßmanns text, ergeben sich dem leser reizvolle beziehungen. auch wenn er sich erinnert, daß sandkunst = geomantie eine positiv besetzte kunst oder wissenschaft mit arabischen und hebräischen wurzeln ist. ein andermal lesen wir celans ersten gedichtband nochmal, „der sand aus den urnen“. was ist mit den 17 krügen?

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